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  © 2019 by Alois Zimmermann                                                   | Kontakt | Impressum | Updates | Ausblick |   

Das Kreuz im Rad

Wie andere Bessler-Freunde habe ich mich immer wieder mal gefragt, ob das Bessler-Rad nicht ein „Rad im Rad-System” war. Meine neuesten Erkenntnisse bestätigen das. Das Innere aber war kein Rad, sondern ein Kreuz, bzw. bei den zwei großen Rädern waren es zwei Kreuze. Und kürzlich habe ich dazu auch eine Bestätigung gefunden. Noch in der Einleitung seiner Apologischen Poësie unter der Überschrift
„An den partheyischen und lästerlichen Feind.” schreibt Bessler:

„Erboßt mein Kunst=Rad zu vernichten;
 Sein Eingeweyd' gewinnt Gewicht/
 Sonst keine Uberwucht geschicht/
 Merks/ außen ists frey von Gewichten.”


Zum besseren Verständnis: Bessler hat vier Räder öffentlich vorgeführt. Von Anfang an wurde er als Betrüger beschimpft und beleidigt. Immer wenn die Vorwürfe zu massiv wurden hat er sein Rad zerstört und ist in eine andere Stadt weitergezogen.

Das äußere, sichtbare Rad hatte nur zwei wichtige Funktionen: Es war ein sehr stabiler Rahmen, der die beiden Seiten torsionsfrei verbinden musste und es war der Träger für die Stoff-Bespannung, damit keiner das Innere, das Geheimnis sehen konnte. Die Welle mit einer Länge von ca. 1,8 Metern mit den Auflagezapfen ging wohl durch das ganze Rad hindurch und hat so mancherlei Gewicht getragen, wobei die unvermeidliche Durchbiegung evtl. sogar zum Prinzip gehörte. Die Kraftübertragung vom inneren Unwuchtsystem (Kreuze) erfolgte dann exzentrisch über den sog. Motus - wie vorher beschrieben, bei den großen Rädern mit zwei Kreuzen wohl beidseitig mit einem Versatz von 45 Grad.

Schnittbild Schnitt_5z Die Abbildung zeigt im Schnitt die Innereien des Bessler-Rades, sein Eingeweyd'. Man sieht die schwarze durchgehende Welle mit den Auflagezapfen. In der linken Achse hat der Doppel-Oktav-Pendel mit einer Pendellänge von ca. 8 cm seinen Platz, der sich zur Mitte hin in die Exzenterwelle (hellblau) fortsetzt. Diese trägt das Unwuchtsystem (türkis, hier ein Kreuz) und die Pendel die den Umschwung der Fluggewichte auslösen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass auf den Oktav-Pendel auch das Stampfwerk noch steuernd einwirken konnte. Der Schnitt ist vertikal verkürzt dargestellt. An der rechten Seitenwand sieht man dunkelblau den Motus in den die roten Zapfen bzw. Kugellager des Unwuchtsystems eingreifen. Oben und unten sieht man die roten Fluggewichte an den Riemenscheiben. In der Ebene des Verbindungsriemens kann man sich auch noch das Scherensystem vorstellen.
Ein Beispiel zu den Schwingungsdauern und Pendellängen:
Ein Rad macht 25 Umdrehungen pro Minute
Ein Pendel schwingt zwei Mal pro Umdrehung
Der Oktav-Pendel schwingt vier Mal pro Umdr.
Dauer einer Umdr.:  2,4 Sekunden
Schwingungsdauer:   1,2 Sekunden
Schwingungsdauer:   0,6 Sekunden
 
  Pendellänge: 35 cm
  Pendellänge:   8 cm

Die zwei Pendel waren sogar noch kürzer, da sie ja nicht frei schwingen konnten, sondern immer wieder Energie abgeben und neu aufnehmen mussten. Die Eigenfrequenz musste also höher eingestellt sein. Und diese Pendel zum Auslösen des Umschwungs der Fluggewichte unterstützen den Bewegungsablauf der Energiegewinnung noch zusätzlich:

Skizze Motus mit Unwuchtsystem

Die Pendel, die gegeneinander schwingen, ziehen zur richtigen Zeit die Exzenterwelle nach unten. Das bedeutet einerseits, dass der Motus stärker gedreht wird (hier nicht im Bild) und andererseits auch, dass das ganze Unwuchtsystem um Δh nach unten geht. Dadurch müssen die Fluggewichte nicht ganz so hoch geschleudert werden.

„Meine Maschine erhält Kraft aus ihrem eigenen Schwingen heraus.” sagte Bessler einmal - wie wahr.

Und jetzt noch eine Überraschung. Ich bin mir sicher, dass Bessler zum Vorspannen der Scherenmechanik keine Zentralgewichte benutzte, sondern einfach die Welle des Bessler-Rades. Sie liegt links von der Unwucht- bzw. Exzenterwelle und es braucht dann keine Energie zu irgendeiner Verschiebung, nur eine kleine Modifikation der Scherenmechanik. Irgendwie passt plötzlich alles zusammen.

Und dieses Prinzip ist sehr gut geeignet zur Auslegung für eine bidirektionale Funktion.

Mit „Motus” und Pendel hat Bessler wohl das Unwuchtsystem für eine perpetuierliche Bewegung immer wieder angehoben, und vielleicht ist er nach 300 Jahren noch imstande die ganze etablierte Physik „auszuheben”.

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