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... weitere Schritte in 2022 - Impulsübertragung auf ein anderes System

Die neuen Seiten befassen sich hauptsächlich mit Erkenntnissen (und Vermutungen) zum Stampfwerk.

Wer sich intensiv mit dem Bessler-Rad und seiner Rekonstruktion befasst, der wird erkennen, dass
1. statische Unwucht-Darstellungen wie in den Maschinentraktaten gezeigt nicht zum Erfolg führen
2. Fliehkraft, Pirouetteneffekt und Schwingung eine große Rolle spielen und dass
3. das Stampfwerk die entscheidende Funktionsgruppe darstellt.

Das Stampfwerk ist gewissermaßen das Geheimnis des Bessler-Rades
- und wie versteckt man das am effektivsten? -
indem man es offen zur Schau stellt - und ihm eine andere Funktion zuweist; - Bessler eben!

Das Stampfwerk ist nicht nur die Steuerung (Nockenwelle) sowie der Impulsgeber für die Unwuchterzeugung, es ist auch das entscheidende Element der Energiewandlung. Schon Prof. Evert hat vor Jahren vermutet, dass Bessler es irgendwie geschafft haben könnte, Impulse von einer Seite auf der gegenüberliegenden Seite zur Wirkung zu bringen. Damit würde ein Bremsimpuls eine Beschleunigung zur Folge haben und das Rad antreiben.
Je mehr man in diese Theorie eintaucht umso interessanter wird es.
Alles was Bessler uns übermittelt hat ist dann zwar wichtig, aber doch nur Beiwerk.

Endlich habe ich auch die Gewissheit, dass das erste Rad von Gera ein Stampfwerk hatte. Auf Seite DT 18 beschreibt Bessler, dass sein zweites Rad von Draschwitz nur eine vergrößerte Version des ersten Rades war, und das zweite hatte definitiv ein Stampfwerk (3 Stampfer = 6 Impulse pro Umdrehung).
Dies ist dem Bericht von Herrn Gottfried Teuber zu entnehmen.

Was aber kann das Stampfwerk, was sonst keine Mechanik zustandebringt?
Es bringt beim Eingriff eines Zapfen in den Stampfer einen gewaltigen Impuls. Der schwere Stampfer steht noch still auf dem Boden, so dass es einen satten Rückwärtsimpuls auf den Zapfen gibt bis der Stampfer sich nach oben in Bewegung setzt. Mechanisch ist die Zapfenverdrehung zwar sehr klein, aber Bessler hat es wohl fertig gebracht, daraus die Bewegung der Fluggewichte abzuleiten.
Wie wichtig ihm die Wahrung dieses Geheimnisses war, erkennt man auch einfach daraus, dass Bessler an keiner Stelle in den Maschinentraktaten das Stampfwerk erwähnt. Nur im Text von MT13 kann man einen Bezug erahnen:
„ ... oder jemand vorhanden wäre, der das Gewicht oben bei D immer wie der Blitz aufhübe.”

Aber das Heben der Stampfer verbraucht doch Energie. Woher soll da die perpetuierliche Bewegung kommen?
Ich glaube, ich habe das Geheimnis entdeckt:
Wenn ein starrer Zapfen einen Stampfer hebt, dann bremst er damit das Rad. Der entstehende Reaktionsimpuls auf den Zapfen wird auf das Rad geleitet, diesem wird die Energie entzogen. Bessler hat diesen Reaktionsimpuls nun auf ein zweites System umgeleitet und damit sinnvolle Arbeit geleistet.
Im Ergebnis wird das Rad weniger gebremst, dafür werden die Fluggewichte beschleunigt/gehoben.
Das „Geheimnis in der Achse ” ist somit das Geheimnis des Bessler-Rades.

Die „Bessler-Impulsübertragung” auf ein zweites System
Bild Umlenkung    Das Bild links zeigt ein Rad und einen Stampfer.
   Der Hebezapfen ist nicht fest an der Welle befestigt,
   sondern es ist der türkise Hebel mit Drehpunkt in A.
   Wenn das Rad sich im Uhrzeigersinn dreht, dann wird
   zuerst der türkise Hebel nach unten gedrückt bis
   sich der Stampfer nach oben in Bewegung setzt.
   Auf den Hebezapfen wirkt also eine Kraft St.
   Befestigt man jetzt an U ein Zugseil zum Ausschwingen
   eines Fluggewichts, so ist die Kraft bei U fast so groß
   wie bei St. Bei A entsteht nur eine kleine Gegenkraft.
   
   Kaum zu glauben, dass das Fluggewicht praktisch
   kostenlos nach aussen geschleudert wird?
   
   Wenn ich das richtig sehe, dann wirkt der Hebeimpuls
   nur zum Teil als Bremsimpuls auf das Rad, vielmehr wird
   er umgelenkt zum Ausschwingen des Fluggewichts,
   d.h. er wird übertragen auf ein anderes System.

Und noch etwas sollte nicht unbeachtet bleiben:
Hat Bessler die Energie der fallenden Stampfer irgendwie genutzt?
Er war auch Orgelbauer und schreibt auf Seite AP 38, dass er sein Rad kaum hätte machen können, wenn er diese Kunst nicht beherrscht hätte. Fielen die Stampfer evtl. auf kleine Blasebälge und die Luftstöße halfen beim Antrieb des Rades?
Es gibt da zumindest die kleine Aussparung in der Stütze 4 des Merseburg-Rades die direkt an den (Wind-)Kasten des Stampfwerks grenzt. Ist es die Öffnung eines Luftkanals oder dient sie nur zum millimetergenauen Einrasten beim Zusammenbau von Rad und Stampfwerk?

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