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  © 2018 by Alois Zimmermann                                                   | Kontakt | Impressum | Updates | Ausblick |   

Das große Rad

Die beiden letzten Räder, die großen Räder, hatten ein anderes Prinzip des äusseren Unwuchtsystems. Sie arbeiteten mit Zahnrädern und exzentrisch angebrachten Gewichten. Der Rad-Durchmesser war ca. 3,8 Meter und die Dicke der Rad-Scheibe betrug nur ca. 40 cm.

Unwucht des großen Rads Eine wichtige Komponente war sicher ein Zahnkranz mit dem Durchmesser des gesamten Rades (Innenverzahntes Rad im Bild). In der Darstellung des Merseburger Rads kann man sogar die einzelnen Stifte abzählen, die äusserlich das Rad zusammenhalten, innen aber als Zähne dienen (im Stich zähle ich ca. 118, es müssen aber genau 120 sein).
Dann gibt es fünf Doppelhebel (Balken) die auf jeder Seite ein Zahnrad mit einer Unwucht tragen. Acht Zahnräder sind immer so blockiert, dass die Unwuchten entweder aussen oder innen bleiben. Nur die beiden Zahnräder oben und unten werden freigegeben, so dass die Unwuchten ein- oder ausschwingen.
Diese Unwuchtverlagerung wird erreicht durch das Bremsen des freigegebenen Balkens.

Hier eine Animation (noch ccw): Bessler_AZ-17-11.gif

Wenn man den Mechanismus zum ersten Mal sieht, schaut der ganz schön komplex und verwirrend aus. Das löst sich schnell auf, wenn man erst den Sinn dahinter versteht. Gehen wir Mal von einem Balken aus mit zwei Zahnrädern an den Enden. Die zwei blauen Gewichte sollen jeweils nach oben während das Rad sich dreht.
Ganz einfach! Der Balken muss nur stehenbleiben.
Haben die Gewichte die gewünschte Position erreicht, so dreht der Balken sich wieder mit dem Rad mit.
Dann wirds schwieriger. Wieviele Zahnräder lassen sich da unterbringen wenn es keine Kollision geben soll ? ... zu wenige.
Man muss also eine Überlappung zulassen, also zwei Ebenen. Nutzt man jetzt den Platz optimal aus, so entsteht automatisch das Bild oben.
Und zwei Ebenen passen auch wieder zu zwei mal Motus.

Ein Balken

Das Prinzip ist also ganz einfach und es nutzt sehr geschickt auch noch den Pirouetten-Effekt aus.
Nicht einfach ist jedoch die technische Realisierung!

Erinnern wir uns an das anregende Zusammenspiel von innerem und äusserem System. Das äussere braucht einen Bremsimpuls, die frei werdende Energie dient dem inneren System zur Anregung. Bei richtiger Abstimmung läuft das Gesamtsystem autonom und kann sogar noch Energie abgeben.

Die großen Räder enthalten so viele Feinheiten, dass man nur den Hut ziehen kann vor Bessler, der so ein fein abgestimmtes Schwingungs-System schon vor 300 Jahren ganz allein entworfen und gebaut hat. Vielleicht gäbe es auch heute Menschen, die gerne an so etwas tüfteln würden, aber sie „wissen” ja, dass es nicht funktionieren kann. Gut das Bessler das nicht wusste.

Zur Funktion des großen Rades brauchen wir jetzt noch die Steuerung der Balken, d.h. wie werden sie mit dem Rad verbunden bzw. gelöst.

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